Neu und voller Überraschungen: Live-Hörspiel „Himmel, nochmal“

Tanz des Lebens.

Lesezeit 3 Minuten

Es war eine ganz besondere Lesung.

Ich hatte meine Geschichte „Tanz des Lebens“ vorgetragen.

Sie erzählt von einer Frau, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Erst kurz vor ihrem Tod erkannte sie, dass sie die Chancen für ein glückliches Leben vertan hatte. Zugunsten ihrer Familie verzichtete sie auf ihr eigenes Glück und erlaubte es sich nicht, ihre Wünsche wahrzumachen. Gefangen in einer lieblosen Ehe, konnte sie sich nicht dazu durchringen, diese schwierige Verbindung zu beenden. Sie erzählte mir ihr ganzes Leben und vertraute mir intimsten Gedanken an. Leider konnte ich nicht mehr viel für sie tun, denn sie verstarb kurz nach meinem Besuch. Eine sehr berührende Begegnung, die mich noch lange beschäftigte und über mein eigenes Leben nachdenken ließ.

Soweit zum Inhalt …

Als ich nach der Lesung meine Sachen zusammenpackte, kam eine Dame aus dem Publikum auf mich zu. Schon während der Lesung fiel sie mir auf, weil sie sich bei „Tanz des Lebens“ immer wieder die Augen rieb. Sie schien sehr bedrückt zu sein. Ausgesprochen herzlich bedankte sie sich bei mir für den Abend und für meine Texte.

Und dann erzählte sie mir Ihre Geschichte.

Mit Tränen in den Augen schilderte sie mir, dass sie an der Bauchspeicheldrüse erkrankt war und auch in ihrem Leben auf vieles zugunsten anderer verzichtet hatte. Mein Vortrag hätte sie jetzt wachgerüttelt und ihr gezeigt, dass sie einiges überdenken muss. Sie war so herzlich und lieb, dass auch mir die Tränen kamen. Jetzt wollte sie einiges in ihrem Leben ändern – ihre Wünsche wichtiger nehmen und neue Wege gehen. „Frau Frey, ich danke Ihnen, denn Sie haben mir gezeigt, dass auch ich mich wichtig nehmen darf.“

Ich empfand es als besonderes Geschenk, dass sie zu meinem Vortrag kam.

Nicht selten bekomme ich zu hören, dass sich manche nicht in meine Lesung wagen, aus Angst davor, zu sehr mit dem Tod konfrontiert zu werden. Natürlich ist diese Haltung verständlich, aber eigentlich unbegründet.

Mir ist es wichtig, dass meine Texte auch humorvoll sind und ich mit meiner Interpretation mein Publikum gut unterhalte. Doch auch die berührenden Geschichten dürfen nicht fehlen. Wenn ich vielleicht einige zum Nachdenken anrege, Ihnen brauchbare Tipps mit auf den Weg gebe oder sie zum Lachen bringe, dann habe ich „mein Klassenziel erreicht“. Den Tod zu ignorieren macht nicht wirklich Sinn, denn wie heißt es so schön?

„Wenn wir den Kopf in den Sand stecken, bringen wir unseren Hintern in eine gefährliche Position.“

Ich hoffe und wünsche sehr, dass diese tapfere Frau wieder gesund wird. Vielleicht liest sie jetzt, in diesem Augenblick, meine Kolumne, dann erlaube ich mir Ihr zuzurufen:

‚Sorge für Dich, als wärst Du die Liebe Deines Lebens!‘

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit meinen Geschichten rund um das Leben und Sterben vielen Menschen Impulse geben kann, ihr eigenes Leben als das wahrzunehmen, was es ist. Einzigartig und wertvoll.

In diesem Sinne …

Genießen Sie den Frühlingsanfang und freuen Sie sich über die wunderschönen Kleinigkeiten, die uns im Alltag begegnen.

Ihre Petra Frey

P.s.: Ich lade Sie herzlich ein, in die Kommentare zu schreiben, was Sie an meiner Arbeit interessiert, welche Themen Ihnen wichtig sind und wovon Sie mehr erfahren möchten. Ich freue mich auf Ihre Zuschriften!

10 Kommentare zu „Tanz des Lebens.“

  1. Petra Frey
    Petra Frey

    Herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen, ich habe mich sehr darüber gefreut. Wie wunderbar, dass Sie sich für die Hospizarbeit entschieden haben. Danke für Ihren Einsatz und alles Gute für Sie und Ihre Familie.
    Ihre
    Petra Frey

  2. Avatar
    H.S.

    Liebe Frau Frey,

    es ist immer wieder schön und bereichernd, Ihre Beiträge zu lesen und von Ihrer Arbeit zu erfahren.

    Was Sie tun und auch weitersagen, ist derart wichtig, hilfreich, erhellend, wertvoll …, wie ja auch Ihre Geschichte und Erfahrung, von der Sie unten erzählen, zeigt.

    DANKE!
    Weiterhin viel Kraft und Freude dabei!!!

    Herzliche Grüße aus dem Taunus,

    1. Petra Frey
      Petra Frey

      So nette Zeilen!! Vielen lieben Dank dafür. Auch für Sie herzliche Grüße aus München.
      Ihre Petra Frey

  3. Avatar
    Christina Z.

    Ich danke Ihnen und würde Sie sehr gerne sie nochmal live erleben!!!damals in Aue!! Bleiben sie behütet!! Gibt es einen Plan, wo ich sie finder kann, Dankeschön ihre Christina Z.

    1. Petra Frey
      Petra Frey

      Liebe Christina, sie können gerne in der Rubrik AKTUELLES die neuesten Termine einsehen. Vielleicht komme ich ja mal wieder in Ihre Nähe. Es wäre mir eine Freude.
      Herzlichst
      Petra Frey

  4. Avatar
    R.S.

    Liebe Petra,
    Gerne lese ich Ihren Newsletter es ist für mich immer eine Bereicherung. Nach Ihrem Vortrag vor 2 Jahren in Sachsenheim habe ich für mich entschieden in Bietigheim-Bissingen im Hospiz Dienst zu machen. Es ist immer wieder schön den Leuten zu zuhören und ihnen die eine oder andere Freude zu machen. Diese Arbeit erfüllt mich sehr.
    Ihnen eine gute Zeit und machen Sie weiter so.
    Herzliche Grüße
    R. S.

    1. Petra Frey
      Petra Frey

      Liebe Frau S.,

      vielen lieben Dank für Ihre herzlichen Zeilen, ich habe mich sehr darüber gefreut. Wie schön, dass Sie nun auch im Hospiz Dienst tätig sind!! Das ist wirklich so eine wertvolle Arbeit. Danke, dass Sie das machen.

      Ich schicke Ihnen liebe Grüße aus einem sonnigen München !

      Herzlichst

      Petra Frey

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    R.J.

    Guten Tag, Frau Frey, ich war bei ihrer Lesung in Sigmaringen dabei. Ich bin ebenfalls bei der ambulanten Hospiz in Sigmaringen und habe ihr Buch gekauft, mit dem Gedanken, einer Dame vorzulesen, die ich seit Juli begleite und die in ihrem Körper gefangen ist, nur noch vegetiert, das sind ihre Worte. Kognitiv da, kann sich kaum bewegen und reden. Sie hat intuitiv eine Seite aufgeschlagen und sie konnte sich mir öffnen. Ihre Worte: ich kann mich nicht sehen! Nach dem Tod. Daraus hat sich ein wunderbares “ Gespräch“ ergeben
    Sehr berührend, teilweise auch nonverbal. Herzlichen Dank, daß sie ihre Erfahrungen mit uns teilen. Alles Liebe, R.

    1. Petra Frey
      Petra Frey

      Liebe R.,

      vielen lieben Dank für Ihre berührenden Zeilen. Diese Geschichte bewegt mich sehr. Es gibt manchmal keine Worte für das Leid, dass wir sehen, aber wenn es Ihnen gelungen ist, der Dame zu helfen, dann ist das großartig! Da haben Sie etwas Einmaliges gemacht. Danke für Ihre liebevolle Arbeit und auch die Idee, aus meinem Buch vorzulesen. Das ist auch für mich schön. Danke!!

      Alles Liebe für Sie und vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

      Herzlichst

      Petra Frey

  6. Avatar
    R.J.

    Guten Morgen, liebe Petra, ich habe mich sehr über ihre Antwort gefreut. Wie heißt es so schön: man sieht sich immer zweimal im Leben! Ich wünsche ihnen einen einzigartigen Tag, der ihnen ganz viel bedeutet

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