Es war eine ganz besondere Lesung.
Ich hatte meine Geschichte „Tanz des Lebens“ vorgetragen.
Sie erzählt von einer Frau, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Erst kurz vor ihrem Tod erkannte sie, dass sie die Chancen für ein glückliches Leben vertan hatte. Zugunsten ihrer Familie verzichtete sie auf ihr eigenes Glück und erlaubte es sich nicht, ihre Wünsche wahrzumachen. Gefangen in einer lieblosen Ehe, konnte sie sich nicht dazu durchringen, diese schwierige Verbindung zu beenden. Sie erzählte mir ihr ganzes Leben und vertraute mir intimsten Gedanken an. Leider konnte ich nicht mehr viel für sie tun, denn sie verstarb kurz nach meinem Besuch. Eine sehr berührende Begegnung, die mich noch lange beschäftigte und über mein eigenes Leben nachdenken ließ.
Soweit zum Inhalt …
Als ich nach der Lesung meine Sachen zusammenpackte, kam eine Dame aus dem Publikum auf mich zu. Schon während der Lesung fiel sie mir auf, weil sie sich bei „Tanz des Lebens“ immer wieder die Augen rieb. Sie schien sehr bedrückt zu sein. Ausgesprochen herzlich bedankte sie sich bei mir für den Abend und für meine Texte.
Und dann erzählte sie mir Ihre Geschichte.
Mit Tränen in den Augen schilderte sie mir, dass sie an der Bauchspeicheldrüse erkrankt war und auch in ihrem Leben auf vieles zugunsten anderer verzichtet hatte. Mein Vortrag hätte sie jetzt wachgerüttelt und ihr gezeigt, dass sie einiges überdenken muss. Sie war so herzlich und lieb, dass auch mir die Tränen kamen. Jetzt wollte sie einiges in ihrem Leben ändern – ihre Wünsche wichtiger nehmen und neue Wege gehen. „Frau Frey, ich danke Ihnen, denn Sie haben mir gezeigt, dass auch ich mich wichtig nehmen darf.“
Ich empfand es als besonderes Geschenk, dass sie zu meinem Vortrag kam.
Nicht selten bekomme ich zu hören, dass sich manche nicht in meine Lesung wagen, aus Angst davor, zu sehr mit dem Tod konfrontiert zu werden. Natürlich ist diese Haltung verständlich, aber eigentlich unbegründet.
Mir ist es wichtig, dass meine Texte auch humorvoll sind und ich mit meiner Interpretation mein Publikum gut unterhalte. Doch auch die berührenden Geschichten dürfen nicht fehlen. Wenn ich vielleicht einige zum Nachdenken anrege, Ihnen brauchbare Tipps mit auf den Weg gebe oder sie zum Lachen bringe, dann habe ich „mein Klassenziel erreicht“. Den Tod zu ignorieren macht nicht wirklich Sinn, denn wie heißt es so schön?
„Wenn wir den Kopf in den Sand stecken, bringen wir unseren Hintern in eine gefährliche Position.“
Ich hoffe und wünsche sehr, dass diese tapfere Frau wieder gesund wird. Vielleicht liest sie jetzt, in diesem Augenblick, meine Kolumne, dann erlaube ich mir Ihr zuzurufen:
‚Sorge für Dich, als wärst Du die Liebe Deines Lebens!‘
Ich bin sehr dankbar, dass ich mit meinen Geschichten rund um das Leben und Sterben vielen Menschen Impulse geben kann, ihr eigenes Leben als das wahrzunehmen, was es ist. Einzigartig und wertvoll.
In diesem Sinne …
Genießen Sie den Frühlingsanfang und freuen Sie sich über die wunderschönen Kleinigkeiten, die uns im Alltag begegnen.
Ihre Petra Frey
P.s.: Ich lade Sie herzlich ein, in die Kommentare zu schreiben, was Sie an meiner Arbeit interessiert, welche Themen Ihnen wichtig sind und wovon Sie mehr erfahren möchten. Ich freue mich auf Ihre Zuschriften!


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