Jetzt bloß nicht noch ’ne Horrorgeschichte!

Lesezeit 2 Minuten

Sie haben keinen Bock mehr auf die ständigen schlechten Nachrichten? Ganz ehrlich, mir gehts auch so. In der jetzigen Zeit über den Tod schreiben? Wer will das den lesen? Werbung für ein Buch machen, dass sich mit Hospizgeschichten beschäftigt. Mit Patientenverfügung, Bestattungsvorsorge und Nachruf?

Ja, wir haben alle die Schnauze gehörig voll, vom Tod, vom Sterben, von den Schreckensbildern. Nachrichten, voller Hiobsbotschaften, Verbote, Einschränkungen. Er ist so verdammt nah und alltäglich fühlbarer geworden, der Tod. Fast jedes TV Programm hat eine Sondersendung, Bilder mit verzweifelten Menschen auf der ganzen Welt und Tote wo man nur hinsieht.

Es ist nur zu verständlich, wenn wir uns nach Ablenkung und Zerstreuung sehnen. Für unsere seelische Gesundheit ist ein gewisser Verdrängungsmechanismus unerlässlich.

Aber es gibt sie immer noch, die „ganz normalen Sterbefälle“. Ob krankheitsbedingt, dem Alter gemäß, oder plötzlich und unerwartet.

Gestorben wird immer

Mit Covid 19 habe ich, gottlob, keine Erfahrung, mit der Begleitung Sterbender und deren Angehörigen schon. Und da möchte ich mein Wissen weitergeben, meine Beobachtungen, meine Tipps. Gerade jetzt, in dieser besonderen Zeit, werden die „Normalfälle“ deutlich weniger wahrgenommen. Die Aufmerksamkeit ist nicht mehr bei den pflegenden Angehörigen, die oft jeden Tag, ein wenig mehr, Ihre Mama oder Papa an die Demenz verlieren. Die Schwerstkranken bekommen keine Besuche mehr von außen, die Hospizarbeit ist aktuell nicht mehr möglich. Die freiwilligen, helfenden Hände dürfen nicht mehr helfen. Auch meine Tätigkeit in der ambulanten Betreuung ist nicht möglich. Das Einzige, was ich tun kann, ist sie alle nicht zu vergessen. Vielleicht gelingt es mir, mit ein paar Zeilen, die richtigen Worte zu treffen.

Vielleicht kann ich etwas trösten und zeigen, dass ich weiterhin bei denjenigen bin, die es gerade nicht in die Schlagzeilen schaffen. Es wäre schön, wenn es mir gelingt mit meinen Erzählungen die zu berühren, die ähnliches erleben, oder sich darauf vorbereiten müssen einen geliebten Menschen zu verlieren.

Wenn es nur ein Einziger ist, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt.

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