„Stell‘ Dir vor, es ist Alltag und keiner geht hin.“

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Wenn Sie mal in die Kiste gefallen sind, wird sich keiner daran erinnern, ob Ihr Geschirrspüler ordentlich ausgeräumt war. Ihre Kinder werden nicht erzählen, dass sie eine glückliche Kindheit hatten, weil’s bei Mutti immer so schön sauber war und sie nie Freunde mit nach Hause bringen durften, weil die ja so viel Dreck machen. Kindheitserinnerungen werden nicht davon geprägt sein, dass der Blick durch die Fensterscheiben glasklar war und die Unterwäsche gebügelt.

Ganz sicher wird für Vati nicht die ultimative Lobhudelei angestimmt, nur weil er ständig weg war, um Geld zu verdienen, damit er den SUV und den Urlaub auf Malle finanzieren kann.

Auch die Nachbarn werden nicht an Ihrem Grab tuscheln:

„Na der geschieht es recht, dass sie gestorben ist. Hast du die dreckigen Fenster gesehen? Kein Wunder, dass Gott sie für so viel Sünde straft!“

All‘ das wird nicht passieren.

Eigenartigerweise werden die Leute, mich eingeschlossen, um die Jahreswende irgendwie einsichtiger, sentimentaler. Es wird über das Leben nachgedacht. Das Verwunderliche ist nicht, dass sie es tun, sondern welche Richtung die Gedanken nehmen. Da gehts um Abnehmen, Rauchen aufhören und mehr Sport treiben. Tun, machen, erledigen, besorgen….

Aber, warum eigentlich?

Wenn Sie bisher gerne gegessen haben, ok. Wer hin und wieder mal ne Fluppe raucht, ok. Und Sport ist eh Mord. Oder? Wieso muss ich mich fremdbestimmt um Sachen kümmern, die mir keinen Spaß machen?

Es geht im Leben, doch nicht darum Standards zu entsprechen, sondern sich wohlzufühlen. Mein Tipp: Was Sie gegebenenfalls einschränken sollten; der Anspruch, perfekt sein zu wollen.

Falls Sie es noch nicht wissen .

Ihre Uhr tickt.

Wann Sie Ihren Löffel abgeben, keine Ahnung. Sie werden jedoch das Zeitliche segnen, das ist ganz sicher.

Rein statistisch gesehen werden ca.5 Menschen, die jetzt meinen Blog oder meine Facebooks News lesen, im nächste Jahr nicht mehr leben. Das soll Ihnen keine Angst machen. Nur Ihren Blick für das Wesentliche schärfen.

Viele meiner Bekannten plagen sich das ganze Jahr mit ihrer Arbeit, üben den Spagat zwischen Kindern, Haus und Karriere. Konsumieren ordentlich, damit sich die Müllberge biegen, kaufen die neuesten Modefetzen, richten ihre Bude teuer ein und rennen Dingen hinterher die sie eh nie erreichen werden.

Und für was?

Mehrmals im Jahr sind sie so erschöpft, dass der Urlaub gar nicht weit weg genug von zu Hause gebucht werden kann. Nur um sich am Pool von ein paar Gaudiburschen in bunten Shorts unterhalten zu lassen und die künstlich angelegte Palmenlandschaft zu bewundern?

Zu Hause wird der teuer angelegte Garten vom Nachbarn genossen, der Hund ins Hundehotel gegeben und der Anrufbeantworter auf nicht erreichbar gestellt.

Letztlich sind viele vom Leben gestresst. Aufgebürdet haben sie es sich selbst.

„Ich muss wegfahren, damit ich zur Ruhe komme. Die ganzen Mails und dann der Alltag. Da komme ich einfach nicht dazu mich zu erholen.“

Was meiner Meinung nach viele vergessen… Wir haben einen freien Willen. Es zwingt uns niemand dazu, außerhalb unserer Arbeitszeit Mails zu checken oder den Großputz an den Feiertagen zu erledigen.

Versuchen Sie doch einfach mal Folgendes:

„Es ist Alltag und ich gehe nicht hin.“

An diesem Wochenende keine Mails, keine Verpflichtungen, keine Termine. Glauben Sie mir, das geht! Ich hab‘s ausprobiert. Und wissen Sie, was passiert ist?

Mir war langweilig. Langeweile! Kenne ich nur aus meiner Kindheit. Zunächst wusste ich gar nicht, was tun? Die Versuchung doch die Bügelwäsche anzufeuchten oder den Rasenmäher auszupacken war groß. Vielleicht wenigstens das Auto saugen oder den Badezimmerspielgel putzen? Aber ich habe widerstanden. Direkt stolz war ich da ein wenig auf mich. Dann habe ich mir überlegt, worauf hast du wirklich Lust? Und siehe da, mir ist tatsächlich etwas eingefallen. Sport war’s definitiv nicht, auch nicht den Fernseher anstellten oder die Ablage im Büro erledigen. Nein.

Aber tagsüber, ohne schlechtem Gewissen, ein Buch lesen, im Garten sitzen und den Bienen bei ihrer Arbeit zusehen. Mit Freunden telefonieren und nicht nur Whatsapp Nachrichten schicken. Hab ich mir einfach erlaubt. Einfach so, weil ich es kann. Weil ich es mir wert bin.

Klar es hat eine Weile gedauert, aber plötzlich war mein Wochenende voller wertvoller, selbstbestimmter und entspannter Momente.

Nur Mut, sie schaffen das auch!

Und wenn ein ganzes Wochenende zu viel verlangt ist, dann fangen sie einfach mit HEUTE an. Denn was morgen ist, wissen wir nicht …

Wer zuerst lacht, lacht am besten!
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