Turnen an den Urnen

Einige Friedhöfe sind neuerdings beliebte Rückzugsorte für gestresste Städter und haben eine große Bedeutung als Erholungsflächen bekommen.

In Berlin habe ich tatsächlich einen als Freizeitpark genutzten Friedhof entdeckt. Da toben Kinder zwischen den Grabsteinen, Picknickdecken werden ausgebreitet, um gemeinsam die Sonne und die Natur zu genießen. Zugegeben, es spricht einiges dafür, dass immer mehr Großstädter die Ruhe des Friedhofs für sich nutzen. Sind es doch meist schöne Grünflächen, sorgfältig von der Friedhofsverwaltung gepflegt und reich an altem Baumbestand. Noch dazu mitten in der Stadt und leicht zu erreichen. Trotzdem finde ich es erstaunlich, dass sich niemand daran stört, inmitten Verstorbener sein Schnitzel zu grillen, den Liegestuhl aufzubauen oder auf den Grabsteinen herumzuklettern. Wie erklärt sich sonst ein Hinweisschild am Eingang des Friedhofes, auf dem wahrhaftig steht: „Grillen verboten! Das Klettern auf den Grabsteinen ist untersagt! Fahrräder, Kinderwagen und Liegestühle dürfen nicht auf dem Gelände abgestellt werden!

Eine Antwort auf „Turnen an den Urnen“

  1. Liebe Petra,
    wahrscheinlich finden sie die seltsam anmutende, ursprünglich vorhandene ganz eigene Ruhe so anziehend…
    Und obwohl man von vielen Toten umgeben ist, ist es doch sehr friedlich. Ich sitze ja öfter an diversen Friedhöfen und suche meinen Frieden…. allerdings würde es mir fern liegen, dort zu grillen oder den Liegestuhl aufzustellen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.