Eine junge Pflegekraft hat mir diesen Spruch einmal ganz keck zugeworfen. Großes Gelächter, ein kurzes Augenzwinkern und der Tag ging einfach so weiter.
Als ich Abends dann zu Hause war, rief mich eine gute Bekannte an und teilte mir mit, dass Ihr Mann vor einiger Zeit ganz überraschend gestorben ist.
Da blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Einer meiner ersten Gedanken war, dass er nicht leiden musste und es schnell ging. Aber ist das wirklich die Idealvorstellung vom Sterben? Keine Zeit zum Abschiednehmen, keine letzte Umarmung, alleine und so plötzlich alles loslassen müssen. Na ja, wir können es uns nicht aussuchen, aber eine glückliche Leiche stelle ich mir anders vor, oder?
Wie denken Sie darüber?
Oft werde ich in Interviews gefragt, ob ich denn Angst vor dem Sterben habe. Scheinbar erwecke ich den Eindruck, dadurch das ich mich mit dem Tod beschäftige, ich es ja irgendwie weiß, wie es geht. Nein, da muss ich Sie enttäuschen.
Keine Ahnung wie sterben geht und wie man eine glückliche Leiche wird.
Aber ich bemühe mich, ein glückliches Leben zu führen, denn dann tut der Abschied vielleicht weniger weh. Ich glaube, wenn man ein gutes Leben führt, dann hat man auch einen guten Tod. Ob schnell oder langsam, so wie es eben zu einem passt. Das erhoffe ich mir zumindest.
Bei meinen Begleitungen betagter Senioren und Seniorinnen habe ich manchmal das Gefühl, sie sind so lange da, bis das Leben ausgelebt ist, bis alles ausgeschöpft ist.
Wenn die Kraft zu Ende geht, dann ist der Tod oftmals eine willkommene Erlösung.
Dann ist es irgendwie in Ordnung, auch wenn der Abschied schwerfällt. Ist das dann eine glückliche Leiche? Oder mein Bekannter, der in der Lebensmitte einfach abgerufen wurde? Dem ein beschwerliches Ende erspart blieb? Wenn ich darauf nur eine Antwort wüsste….
Was ist denn Ihre Meinung?
Schreiben Sie mir gerne hier in die Kommentare, ich freue mich auf Ihre Zuschriften.
Herzlichst
Ihre Petra Frey


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