Aktuell habe ich keine Begleitung, was darauf zurückzuführen ist, dass ich mitten in der Vorbereitung einer Theaterproduktion stecke. Als Ehrenamtliche habe ich natürlich die Möglichkeit, eine kleine Pause einzulegen oder auch für längere Zeit auszusetzen. Das ist einer der Vorteile im Ehrenamt. Mich treibt kein Gehaltszettel an und auch kein Chef oder Chefin.
Allerdings erlebe ich in dieser Zeit keine neuen Geschichten, von denen ich hier in der Kolumne erzählen könnte. Ja, das dachte ich zumindest. Aber ich lese ja täglich Zeitung …
„Urne landet in DHL-Paketstation“
Diese Überschrift weckte sofort mein Interesse, und ich entdeckte eine skurrile Nachricht, die ich mir selbst so nicht hätte ausdenken können. Tja, die besten Geschichten schreibt eben doch das Leben. In diesem Fall allerdings der Tod.
Eine Beerdigung musste verschoben werden, weil die Urne nicht pünktlich angekommen war.
Aber was war passiert?
Die Verstorbene hatte in Darmstadt gelebt, und ihre sterblichen Überreste sollten in Bayern beigesetzt werden. Was ich allerdings nicht wusste: Urnen werden tatsächlich per DHL verschickt. Das Paket muss nicht einmal mit einer besonderen Aufschrift versehen sein. Ich dachte, da müsste wenigstens stehen:
„Achtung! Bitte nicht schütteln, Verstorbene hatte einen empfindlichen Magen!“
Nein, das steht da nicht. Es gibt nur einen Aufkleber „Vorsicht, zerbrechlich, nicht werfen“ – und ab geht die Post.
In diesem Fall wurde die Urne samt Asche versehentlich an eine DHL-Paketstation geschickt. Nur hatte diese unglücklicherweise am Tag der Beerdigung geschlossen. Der Bestatter kam somit nicht an dringend benötigte Lieferung. Und wo keine Urne ist, da auch keine Bestattung – und kein Leichenschmaus. Die Beisetzung musste verschoben werden.
Recherchen von mir ergaben, dass solche Vorfälle kein Einzelfall sind. Es ging sogar schon mal eine Urne im DHL-Shop verloren und wurde erst Wochen später gefunden. Tatsächlich landete auch schon eine Urne in einem Berliner Spätkauf. Zwischen Zigaretten, Klopapier und Keksen musste eine Tochter ihren Papa abholen.
Zum Glück wurde die Urne nicht versehentlich an eine Privatadresse geschickt. Die Empfänger hätten sich sicher über das überraschende Päckchen gefreut, doch spätestens beim Öffnen der seltsamen Aufbewahrungsbox wäre die Freude sicher verflogen. Wer möchte schon gerne eine altmodische „Vase“ mit Deckel? Und was soll die Asche darin? Oder hätten sie es vielleicht erkannt? Entschuldigung, jetzt geht die Fantasie mit mir durch.
„Asche auf mein Haupt.“
Herzlichst
Ihre Petra Frey
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Und wenn Sie wissen wollen, welche Theaterproduktion mich von meinem Ehrenamt abhält: hier gerne der Link zu meiner Schauspielhomepage. Vielleicht sehen wir uns ja in einer meiner Vorstellungen? Es wäre mir eine Freude!
Ich wünsche Ihnen Lesespaß und freue mich auf Ihre Kommentare!


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